{"id":3412,"date":"2025-04-06T14:04:04","date_gmt":"2025-04-06T12:04:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.telemannportal.de\/werke\/w3953340_oratorischer-jahrgang\/"},"modified":"2026-10-09T03:18:24","modified_gmt":"2026-10-09T01:18:24","slug":"w3953340_oratorischer-jahrgang","status":"publish","type":"work_of_arts","link":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/werke\/w3953340_oratorischer-jahrgang\/","title":{"rendered":"Oratorical vintage"},"content":{"rendered":"<p>Oratorischer Jahrgang &#8211; Telemann, Georg PhilippAllgemeine InformationenAlternativtitel:Zell-JahrgangZellischer JahrgangGro\u00dfer oratorischer JahrgangLibrettist:in:<br \/>\n\t\t\t\t\t\tZell, Albrecht Jakob (gesichert)Sprache:deutschEntstehungszeit:[1730-1733]Werkstatus:authentischBemerkungenF\u00fcr seinen kirchenmusikalischen Jahrgang 1730\/31 in Hamburg griff Telemann auf Libretti des aus Hamburg stammenden Dichters und Musikers Albrecht Jacob Zell (1701-1754) zur\u00fcck, weshalb dieser auch als Zell-Jahrgang&nbsp;oder Zellischer Jahrgang bekannt ist. Zells weit gefasste Libretti sind Oratorien, die sowohl allegorische als auch biblische Figuren enthalten. Die Oratorien haben eine beachtliche L\u00e4nge, so dass sie f\u00fcr den Gebrauch in den hamburgischen Gottesdiensten stets in drei Abteilungen gegliedert werden mussten (vor der Predigt, nach der Predigt, zum Beschluss). Dies war Telemanns erster vollst\u00e4ndiger Oratorienjahrgang, nachdem er 1725 bereits einige gottesdienstliche Oratorien auf Texte von Matth\u00e4us Arnold Wilkens komponiert hatte. Ihm folgten 1731\/32 die kompakteren Oratorien des Schubart-Jahrgangs und 1736\/37 der Stolbergische Jahrgang, der ebenfalls mehrere Oratorientexte umfasst.Aufgrund widerspr\u00fcchlicher Angaben ist die Entstehungszeit der Kirchenmusiken nicht in allen F\u00e4llen konkret zu bestimmen: Generell ist eine Entstehungszeit 1730 bis 1731 anzunehmen. Doch m\u00f6glicherweise gab es w\u00e4hrend der Passionszeit, in der in Hamburg Passionen erklangen, eine Unterbrechung. Fehlende St\u00fccke wurden dann vermutlich 1733 nachgeliefert. Bei den Kirchenmusiken zum Sonntag nach Neujahr (&#8220;Fleuch die Luste deiner Jugend&#8221;, TVWV 1:550, OratJ-10) und zum 3. Sonntag nach Epiphanias (&#8220;Warum w\u00e4hret doch unser Schmerz so lange&#8221;, TVWV 1:1504, OratJ-14) handelt es sich um Pasticci aus Werken des 2. Lingenschen Jahrgangs, des Seelmann-Jahrgangs, des Harmonischen Lob Gottes und aus einem Wilkens-Oratorium (PfauM 2024).Der Oratorische Jahrgang erklang vollst\u00e4ndig 1742\/43 in Gotha unter Kantor Johann Ernst Hodermann, der bereits 1737\/38 Telemanns Franz\u00f6sischen Jahrgang aufgef\u00fchrt hatte (und wurde 1766 dort zum Verkauf angeboten). Ausgew\u00e4hlte Werke wurden noch bis in die 1760er Jahre in Berlin gespielt. In Hamburg scheint der Jahrgang komplett nicht mehr aufgef\u00fchrt worden zu sein; f\u00fcr die Kirchenmusik &#8220;So muss die schlaue Vorsicht sein&#8221; (TVWV 1:deest, OratJ-44) l\u00e4sst sich eine Auff\u00fchrung im Jahr 1763 nachweisen.Etwas mehr als die H\u00e4lfte von Telemanns Oratorien aus diesem Jahrgang ist erhalten. Die meisten wurden von Jacob Ditmar, Kantor der Berliner Nikolaikirche von 1728 bis 1780, als Partitur und in Stimmen abgeschrieben und teilweise bearbeitet. Ditmars Manuskripte geh\u00f6ren zum 1999 wiederentdeckten Musikarchiv der Sing-Akademie zu Berlin und waren daher jahrzehntelang unzug\u00e4nglich. Aus Berlin stammen auch Quellen aus dem sp\u00e4ten 18. Jahrhundert, die einige von Telemanns Oratorien Georg Friedrich H\u00e4ndel zuschreiben. Sie scheinen nicht die Originalversion widerzuspiegeln, sondern dem ver\u00e4nderten musikalischen Geschmack der Zeit angepasst worden zu sein. Arien und Dicta der Oratorien vom 1. Advent bis zum 2. Sonntag nach Epiphanias wurden von Zell und Telemann in das Oratorium Die Bekehrung des r\u00f6mischen Hauptmannes Cornelius&nbsp;(Hamburg 1731) \u00fcbernommen.Die Oratorien f\u00fcr Ostersonntag, den zweiten Sonntag nach Ostern, das Johannisfest, das Michaelisfest und den 25. Sonntag nach Trinitatis wurden 2017 im Band 58 der Telemann-Ausgabe ver\u00f6ffentlicht.(Steven Zohn, The Telemann Compendium, Woodbridge 2020, S. 99-100; \u00dcbersetzung: Christoph Kellermann\/Berthold Over\/Ralph-J\u00fcrgen Reipsch)BeinhaltetEilt zu, ruft laut, ihr l\u00e4ngst verlangten<br \/>\n                    BotenEs ist gewisslich an der ZeitSo folgt der Fesseln sch\u00fctternd KlingenWer sich selbst erh\u00f6het, der soll erniedrigt<br \/>\n                    werdenSchmecket und sehet, wie freundlich der Herr<br \/>\n                    istSie gehen dahin unter den SorgenIm hellen Glanz der GlaubenssohneSiehe, dieser wird gesetzt zu einem FallHerr Gott, dich loben wirFleuch die Luste deiner JugendMache dich auf, werde LichtEs gleitet mein Fu\u00df auf schl\u00fcpfrigen WegenSchlage, bald erw\u00fcnschte StundeWarum w\u00e4hret doch unser Schmerz so langeHerr, hilf uns, wir verderbenIch wandle mit furchtsamen SchrittenAch, wie gut ist, hier zu seinEin sanftes Erfreuen, ein ruhiges ErgetztenMein Jesus wirft mit voller HandWie ein L\u00e4mmlein sich dahin l\u00e4sstAllm\u00e4chtiger, heiliger, starker GottAllein zu dir, Herr Jesu ChristIch will singen von der Gnade des HerrnWie lange hinket ihr auf beiden SeitenIch hebe mich ein wenig kaum emporAuf, ihr Priester, auf zum SchlachtenDer Tod ist verschlungen in den SiegEr wird trinken vom Bach auf dem WegeHorche nur, dort regt sich wasGl\u00e4ubst du? Willig. Gl\u00e4ubst du? Nein!Bequemliches Leben, gem\u00e4chlicher StandIch muss im Leben immer wandelnAch, wer verk\u00fcndigt mir, was mir ins<br \/>\n                    zuk\u00fcnftigeSo lasset uns nun hinzutreten mit<br \/>\n                    FreudigkeitEs kommt die Zeit heran, ich sollSchallt die hei\u00dfe Mord-TrompeteKomm, Gnadentau, befeuchte michIch bin best\u00fcrzt, besch\u00e4mt, voll AngstLauft her, ihr Sch\u00e4flein, dringt herausO welch eine Tiefe des ReichtumsSo l\u00e4sst die Pracht den gro\u00dfen Reichtum sp\u00fcrenDie Stunde schl\u00e4gt, kommt, kommt, ihr G\u00e4steVerwirrter Geist, wie wird mirSo muss die schlaue Vorsicht seinScherzet, ihr Circul, auf spiegelnder FlutGeehrter Stand der weisen Pharis\u00e4erEin solches Wunderwerk, als Jesus einst getanSehet euch f\u00fcr f\u00fcr den falschen ProphetenIhr Knechte, h\u00f6ret meinen SchlussWohin, mein Heil, wohin mit feuchten Wangen?Ein Landmann musst den Pflug mit M\u00fche treibenDer Gottlose lauret auf den GerechtenIch gehe mit Tanzen, mit lustigen SpringenIhr Helden, deren Arm vier K\u00f6nigreiche sch\u00fctzetNun, so weit bin ich durch die WeltNichts betr\u00fcbters ist auf ErdenMich treibet der Eifer des K\u00f6nigs von hinnenNehmet den Lorbeer geheiligter ZweigeAch, machte doch des Todes SchlagEin T\u00f6pfer formt, er dreht der Scheibe RadWenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehetDa er&#8217;s nun nicht hatte zu bezahlenAls Gott den Menschen bildeteBenhadad, der als Herr der Syrer Land begl\u00fccktEs wird ein Tag seinWenn aber des Menschen Sohn kommen wirdDie Mauren des irdischen JerichoGehe hin, mein Volk, in deine KammerDas Bl\u00f6ken der Schafe, das Br\u00fcllen der<br \/>\n                    RinderGelobet sey der HerrEs st\u00f6\u00dfet die Gewaltigen vom StuhlGottloses, sch\u00e4ndliches Gebot<br \/>\n    QuellenMusikalische QuelleEinzelhandschriftenVgl. die Einzelaufnahmen der Kirchenmusiken des Jahrgangs.TextquellenGeistlich-musikalische Kirchenandachten (Gotha 1742\/43)HauptquelleTitelseite: Geistlich- | musicalische | Kirchen-An- | dachten, | auf alle | Sonn- und Feyertage | durchs gantze Jahr, | von | Advent 1742. bis dahin 1743. | in beyden | Amts-Kirchen vor- und Nachmittag | zu GOttes Ehre, | aufgef\u00fchret | von | Johann Ernst Hoodermann, | CANTORE. || Gotha, verlegts Joh. Christoph Reyher, jun. | Hof-Buchdrucker.Musikalische:r Leiter:in:<br \/>\n\t\t\t\t\t\tHodermann, Johann Ernst<br \/>\n      Gotha: Reyher, Johann Christoph jun., [1742\/43].Enth\u00e4lt Notiz auf der R\u00fcckseite des Titelblatts zur Auff\u00fchrungspraxis: &#8220;NB. Anbey wird erinnert, da\u00df die Music, weil die Texte auf etlichen Sonntagen etwas lang sind getheilet, und ein Theil Fr\u00fche in der Amts-Kirchen, der andere Nachmittage in der Drey-Kirchen soll aufgef\u00fchret, und mit einem Choral geschlossen werden.&#8221; Im Textdruck ist die Teilung nicht angegeben, die Schlusschor\u00e4le sind nicht abgedruckt.D-As Th Lt E 288D-As (Staats- und Stadtbibliothek, Augsburg) Th Lt E 288. Provenienz: Schletterer, Hans MichaelVorbesitzer:in, gesichert. Enth\u00e4lt auf dem Vorsatzblatt den handschriftlichen Zusatz:&#8221;Dieser grosse Oratorische | Jahrgang ist schon 1731 [darunter:] 1732 | [normal:] bis auf wenige der letzten | [Einschub:] Texte [normal:] von Telemann componiert. | Nemlich | Vom 1sten Advent bis Neujahr 1731 | Von Neujahr an 1732. | Controverstexte. | Am 21 und 25 Sonntage | nach Trinitatis.&#8221;EinzeltextdruckeVgl. die Einzelaufnahmen der Kirchenmusiken des Jahrgangs.<br \/>\n    ForschungsliteraturPfauM 2019KopierenPfau, Marc-Roderich: Kirchenmusiken mit Texten schlesischer Dichter von Johann Theodor Roemhildt und Georg Philipp Telemann, in: Jahrbuch f\u00fcr Schlesische Kirchengeschichte NF 97\/98 (2018\/19), S. 169\u2013199.; PoetzschU 2018KopierenPoetzsch, Ute: &#8220;Teure Freunde&#8221;. Georg Philipp Telemann und Barthold Heinrich Brockes, in: G\u00f6ttinger H\u00e4ndel-Beitr\u00e4ge XIX (2018), S. 65\u201376.; PoetzschU 2017bKopierenPoetzsch, Ute: Vorwort und Kritischer Bericht zu: Georg Philipp Telemann, Oratorischer Jahrgang. F\u00fcnf ausgew\u00e4hlte Oratorien nach Libretti von Albrecht Jacob Zell, hrsg. von Ute Poetzsch in Zusammenarbeit mit Steffen Voss, Kassel u. a. 2017 (= Georg Philipp Telemann, Musikalische Werke LVIII), S. IX\u2013XXXVIII.; HenzelC 2010KopierenHenzel, Christoph: Telemann-\u00dcberlieferung im Spiegel des Notenarchivs der Sing-Akademie zu Berlin, in: Telemann, der musikalische Maler \/ Telemann-Kompositionen im Notenarchiv der Sing-Akademie zu Berlin. Bericht \u00fcber die Internationale Wissenschaftliche Konferenz, Magdeburg, 10. bis 12. M\u00e4rz 2004, hrsg. von Carsten Lange und Brit Reipsch, Hildesheim u. a. 2010 (= Telemann-Konferenzberichte XV), S. 364\u2013412.; ReipschR 2010KopierenReipsch, Ralph-J\u00fcrgen: Vorwort und Kritischer Bericht zu: Georg Philipp Telemann, Zwei Ausz\u00fcge aus Klopstocks Messias. &#8220;Sing, Unsterbliche Seele&#8221; TVWV 6:4a \/ &#8220;Mirjams, und deine Wehmut, Debora&#8221; TVWV 6:4b, hrsg. von Ralph-J\u00fcrgen Reipsch, Kassel u. a. 2010 (= Georg Philipp Telemann, Musikalische Werke XLI), S. VIII\u2013LVII.; PoetzschU 2001KopierenPoetzsch, Ute: Vorwort und Kritischer Bericht, in: Georg Philipp Telemann, Seliges Erw\u00e4gen. Passionsoratorium in neun Betrachtungen TWV 5:2, hrsg. von Ute Poetzsch, Kassel u. a. 2001 (= Georg Philipp Telemann, Musikalische Werke XXXIII), S. VIII\u2013LI.ID: w3953340Persistente IRI: https:\/\/lod.academy\/telemannportal\/id\/w3953340Zuletzt ge\u00e4ndert am 2026-06-30 14:13<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"menu_order":0,"comment_status":"close","ping_status":"close","template":"","format":"standard","categories":[],"tags":[],"class_list":["post-3412","work_of_arts","type-work_of_arts","status-publish","format-standard","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/work_of_arts\/3412","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/work_of_arts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/work_of_arts"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3412"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3412"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.telemannportal.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3412"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}